Der Winter als Basis für alles Neue und wie ich immer wieder glaube, die Antwort sei da draussen

Die Pause als Schlüssel im Tun

Gerade hält wieder der Winter Einzug. Zyklisch gesehen, eine der aufregendsten und gleichzeitig ruhigsten Zeiten. Gefühlt ruhig, in der Wirkung spektakulär. Vor allem, weil wir es uns nicht gewohnt sind, dass aus dem „Nichtstun“ etwas richtig Gutes entstehen könnte. Denn der Winter ist die Basis für neues Leben, neue Ideen, Wachstum, Erblühen. Die Samen, die sich Ende Herbst auf die Erde gelegt haben, in die Erde, schlummern jetzt. Machen Pause, bereiten sich vor, um sich dann im Frühling ans Licht zu strecken.

Hast du den Winter schon in Ruhe und Rückzug verbracht? Es ist wahrlich magisch, wenn auch herausfordernd, denn wir sind uns das so gar nicht gewohnt. Aber es kann ein schöner Beginn dafür sein, einige Dinge im Leben wirklich für sich zu verändern. Und der Schlüssel liegt eben nicht im Tun, sondern im Sein.

Interessant auch zu wissen, dass unser Körper im Winter über 75% weniger Energie hat. Es ist also auch möglich, daraus zu schliessen, dass sich viele Menschen im November und Dezember so niedergeschlagen fühlen, weil sie nicht in der Lage sind, so viel zu leisten, wie sie eigentlich möchten und teilweise auch müssen. Wir alle brauchen also diese Ruhe im Winter!

Wenn ich mal wieder glaube, da liege die Lösung

Auch wenn ich weiss „Im Innen wie im Aussen“ und „Alles ist in mir“, gibt es immer mal wieder Situationen, in denen ich glaube, die Antwort sei da draussen zu finden. In dem mein Partner sich endlich so verhalten würde, wie ich mir das vorstelle, wenn die Kinder doch nur weniger streiten würden oder mir jemand sagen würde, was ich denn nun tun soll oder wer mir helfen kann, in dieser und jener Frage.

Ich komme immer radikaler zum Schluss, dass mir niemand wirklich helfen kann, schneller meine Ziele zu erreichen, meine Lebenssituation zu verändern oder Antworten zu finden in meinem Leben. Das klingt jetzt danach, als würden wir niemanden brauchen. Was natürlich nicht stimmt. Wir brauchen einander, wir brauchen die Erfahrung anderer, die vielleicht schon da durch gegangen sind, wir brauchen stützende Arme und wärmende Hände und Herzen. Und dennoch vermag nichts und niemand mir Abschnitte meines Lebensweges zu übernehmen oder abzukürzen. Immer wieder bin ich gefragt, in mich zu fühlen, zu spüren, ins Innere zu fragen, was MEIN nächster Schritt ist. Denn so oft denken wir, wir machen es wie die Nachbarin, welcher eben jene Strategie geholfen hat oder wir gehen zu diesem Therapeuten, weil er ja schon so vielen Menschen geholfen hat. Doch da darf an erster Stelle immer die Frage stehen: „Ist da MEIN Weg? Ist DAS mein nächster Schritt?“

Nur du kennst die Antwort!

So gerne hätten wir, dass uns jemand eine Lösung präsentiert, DEN ultimativen Tipp oder Ratschlag gibt, uns auf die Sprünge hilft, uns unser Leiden abnimmt, dies oder jenes wegmacht, sagt, was wir tun sollen, woran es liegt, dass es jetzt eben so aussieht in unserem Leben, wies grad aussieht.

Kein Weg führt an mir selber und all meinen Geschichten, inneren Anteilen, Mustern, Konditionierungen, Glaubenssätzen, Gefühlen und Emotionen vorbei, wenn ich wirkliche Veränderung in meinem Leben will.

Dem Impuls widerstehen, etwas „wegzumachen“

Und die ist möglich, ganz sicher. Ich glaube daran, dass wir die schönste Vision unseres Lebens in unser Leben holen können. – Wenn wir uns nach Innen wenden. Fühlen, was da ist, was gesehen werden will. Und dem Impuls widerstehen, Unangenehmes durch Handlungen im Aussen „weg“ zu machen.

Und das braucht Zeit und Geduld. Geduld mit sich selbst, wenn der Prozess länger dauert, als ich mir das vorstelle. Wenn ich wieder und wieder in alte Muster falle. Geduld, wieder und wieder nach innen zu schauen, was sich da noch zeigen will. Haut für Haut abzuschälen, bis sich der goldene Kern zeigen kann. Geduld, dass nicht ich entscheiden kann, Hautschichten darüber liegen und von mir gesehen und abgezogen werden möchten.

Sanftheit mit mir selber.

Und der Winter ist die Basis für all das, was noch in dein Leben treten oder sich wandeln darf.

Du kannst den Winter dafür nutzen, dich zusammenzuziehen, zu deinen Wurzeln zurückzukehren, deine Wurzeln zu stärken, zu fühlen, welche Samen diesen Frühling erblühen dürfen.

Ja, und was tue ich dann, wenn ich nichts tue?

Eigentlich nichts. Was natürlich nicht ganz stimmt.

Spaziergänge im Dunkeln, mit dir allein. 15min pro Tag in dich lauschen, in einem Moment der Stille. Lauschen, was der Körper spricht, wie er sich anfühlt, welche inneren Bilder auftauchen. Ohne sie verstehen zu wollen. Der Enge begegnen, ihr zuhören. Lauschen, was sich verändern möchte in deinem Leben. Was möchtest du loslassen? Wo ziehts dich weg und wo möchtest du mehr sein?

Es gibt wunderbare Impulsgeber für die Winterzeit. Immer mehr Menschen, vor allem Frauen, finden die Kraft im zyklischen Leben und richten ihr Angebot danach aus. Einige Namen findest du folgend:

Die Bücher von Ursula Seghezzi (Kompass des Lebens, Das Wissen vom Wandel) können dabei ein guter Wegweiser sein. Auch das Feiern der Rauhnächte birgt ein grosser Schatz. Gerade auf Instagram findet sich da ein grosser Fundus an Ideen, bei Felicitas Frey, Tanja Suppiger, Lucia Arnold oder Katja Schildwach.

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